S H I N K E N D O
Während des Mittelalters war das Herzstück jeder japanischen Kampfkunstausbildung die Beherrschung des Schwertes. Shinkendo ist eine umfassende Vereinigung der Fertigkeiten, auf die sich die Samurai einst verließen, um ihr Überleben zu sichern. Es handelt sich um eine Kombination aus Obatas eigenen technischen und strukturellen Neuerungen und einer Verschmelzung verschiedener japanischer Schwertkünste, die sich über die Jahrhunderte hinweg voneinander trennten und unabhängig weiterentwickelten. Zusammengenommen ist Shinkendo ein umfassender, historisch genauer japanischer Kampfkunststil.
Der Schwerpunkt der Shinkendo Ausbildung ist effektive und traditionelle Schwertkunst, welche, nach ernsthaftem Training, zu zwei Zielen führt. Zum einen die Erlangung praktischer Fähigkeiten und zum anderen das Verstehen der klassischen Kampfkunst. Shinkendo ist in den Traditionen der Samurai verwurzelt: Heiho (Strategie), Reiho (angemessene Bushido Verhaltensregeln) und Philosophie. Toshishiro Obata Kaiso ist Gründer, Direktor und Hauptausbilder der Kokusai Shinkendo Renmei (International Shinkendo Federation), einer Organisation, die sich den Lehren authentischer japanischer Kampfkunst verschrieben hat.
Goho Gorin Gogyo

Das Shinkendo Training ist in fünf verschiedene gleichrangige Strömungen aufgeteilt. Diese Ströme, die Goho Gorin Gogyo genannt werden, beinhalten:
- Suburi - Schwertschwingübungen (Vielfältige Trainingsformen, die Fuß- Körper- und Schwertbewegungen miteinander in Einklang bringen sollen.)
- Tanrengata - Einzelformen-kata (Verschiedene Übungsformen, die alleine geübt werden, und alle Techniken in immer schwierigeren und fließenden Formen verbindet.)
- Battoho - Kämpferische Formen des Schwertziehens (Fünf Hauptmethoden des Schwertziehens folgen unterschiedlichste Szenarien der kämpferischen Auseinandersetzung. An deren Ende steht das zurückstecken der Waffe. Die Tradition der Samurai und des Budo kennt schon lange die Kunst des Schwertziehens. Seine Blütezeit erführ es in der relativ friedlichen Zeit der Edo-Periode (ab ca. 1600), war als Battojutsu oder Iaijutsu bekannt und wandelte sich in der Neuzeit zu der, mehr meditativen- intellektuellen Übung des Iaido.)
- Tachiuchi - Ein komplexes System von Partnerübungen.
- Tameshigiri - Schneiden von Stroh und Bambus zu Übungszwecken (Tameshigiri heißt soviel wie Schnittest oder Schwertprobe. Im Shinkendo bedeutet es, das Überprüfen der Fähigkeit mit dem echten, scharfen Samuraischwert (Katana) schneiden zu können.
Zum Schneiden wird in der Regel sog. Tatami Omote verwendet. Das sind dünne Matten aus Igussa Gras, die aufgerollt und in Wasser eingelegt werden. Eine sehr fortgeschrittene Form des Tameshigiri ist das Schneiden von grünem, chinesischen Bambus, der sehr hart ist.
Das Erlernen der Techniken, Prinzipien und der Philosophie des Shinkendo verfolgt das Ziel, den Verstand, den Körper und den Geist zu harmonisieren und zu entwickeln. Das Können der Schwertkunst und die geistige Entwicklung sind keine voneinander unabhängigen Leistungen, sondern sie sind interaktiv, beeinflussen sich also gegenseitig. Der ernsthafte Schüler sollte sich dem unermüdlichen Studium der Techniken des Goho Gorin Gogyo widmen. Diese in einer Person vereinigten Prinzipien und Philosophien ist Jinsei Shinkendo, was soviel heißt wie: Leben ist Shinkendo.
Das bedeutet nicht, dass das Training die oberste Priorität im Leben eines Schülers darstellen muss. Prinzipien, Einsichten, die geistige Haltung und die gesammelten Erfahrungen durch das Training dienen der Weiterentwicklung und der Ausgeglichenheit des Schülers innerhalb wie außerhalb des Dojos. Shinkendo und die Philosophie des Kuyo Junikun (12 Regeln der neun Planeten) und die 8 Wege des Hachido werden gelehrt.
Shinkendo erfordert steten körperlichen Einsatz, eingehende Koordination und intensive Konzentration. Einer der wichtigsten Aspekte des Shinkendo ist die geistige Weiterentwicklung, die den Bushi Damashii (Samurai/ Kriegergeist) anregt, eine Tugend die heute genauso ihre Bedeutsamkeit hat, wie vor hunderter von Jahren. Bei richtigem Training soll nicht nur ein starker Körper und eine positive Einstellung gefördert werden, sondern auch ein ruhig und klar konzentrierter Geist. Es ist dieser Aspekt des Trainings, der in jeden Bereich des täglichen Lebens übertragen werden kann und der Shinkendo so zeitlos aktuell sein lässt.
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